Beginne bei dir – Wenn Erkenntnisse Richtung geben (Blog #17)

Lesezeit: 3 Minuten

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, Zeit, um zu reflektieren?! Nein, dies ist nicht meine Motivation für diesen Beitrag. Vielmehr geht es mir darum, ein paar Erkenntnisse zu teilen, die mir persönlich Richtungen geben konnten, sei dies in Bezug auf das Leben selbst oder auf meinen Genesungsweg.

Ich durfte kürzlich an einem öffentlichen Info-Event zum Thema Essstörung teilnehmen (mehr Infos hier). Als erstes möchte ich der Arbeitsgemeinschaft Ess-Störungen (AES) und dem Universitätsspital Zürich für den Anlass und die Einladung danken, in diesem wunderbaren Rahmen ein paar inspirierende Worte zu teilen. Die Geschichten von den drei Co-Referentinnen haben mich beeindruckt. Und ja, auch ich habe mich in ganz vielen Punkten wiedergefunden, was mich dann auch persönlich ziemlich nachgenommen hat. Was ich spannend fand, war, wie prominent das Thema Selbstakzeptanz irgendwie in allen Vorträgen zur Sprache kam.

Die Flucht vor mir selbst

Für mich eine wichtige Erkenntnis, wieso es bei mir zu einer Erschöpfung kam: «Nicht die Anspannung ist das Problem, sondern das Nicht-Loslassen-Können, um sich zu erholen.»

Somit ist eigentlich die Frage viel spannender, wieso ich denn nicht loslassen konnte. Nun, wohl weil ich auf der Flucht vor mir selbst war, (m)einem Ich, das ich lange Zeit nicht akzeptieren wollte. Oder noch besser ausgedrückt: Eine Flucht, um mich nicht mit mir selbst auseinanderzusetzen.

Selbstakzeptanz: Beginne bei dir, nicht bei der Welt

Meine Kernbotschaft beschränkte sich auf die drei letzten Wörter des folgenden Zitat von Peter Bär: «Wenn du dir mehr Frieden wünschst, dann warte nicht auf die Welt. Beginne bei dir.»

Worauf ich hinaus will: Auch die Selbstakzeptanz beginnt bei dir selbst. Drei Worte, klarer geht es fast nicht und doch so schwer?! Zurück zu dem Eingangsthema mit der Flucht und vielleicht auch einer Suche, wenn ich in diesem Kontext unter «Beginne bei dir» verstehe:

  • Wo du die Ruhe (& Anerkennung) findest.
  • Wo du deinen nächsten/besten Freund (oder auch Feind) findest.
  • Oder ganz einfach: Wer dafür verantwortlich ist, dass es dir gut geht.

Letzteres heisst für mich auch, konsequent den eigenen Weg zu gehen – unabhängig davon, was andere darüber denken könnten. Hier erlaube ich mir, meine abschliessenden Worte im Kompaktbuch «Gefangen im Bewegungsdrang» in Kapitel 10 zu zitieren: «Veränderung ist möglich. Und sie beginnt genau hier. Genau jetzt. Bei dir. Mit dem Entschluss, in die Selbstverantwortung zu gehen.» 1

Was du heute tun kannst, um bei dir anzukommen

Drei Dinge, die ich als Learning aus meinen Fehlern mit dir teilen möchte:

  1. Suche die Lösungen im Inneren und nicht im Äusseren (sondern eben: Beginne bei dir).
  2. Warte nicht darauf, dass jemand für dich die Arbeit macht, damit sich das Leben so entwickelt, wie du es dir wünschst.
  3. Sprich über das, was dich beschäftigt – ohne Angst vor Ablehnung oder Scham.

Zu letzterem: Mich beeindruckte diese offene Atmosphäre beim AES-Infoanlass, in dem einfach alles gesagt werden durfte und wo ich akzeptiert und geschätzt wurde, genauso wie ich bin. Mit meinen Stärken und Schwächen, vielleicht aktuell stimmungsmässig nicht auf dem Höchstpunkt und trotzdem okay. Sprich anders, aber sicherlich nicht falsch. Ich fand einen Raum vor, in dem man einfach ich sein kann. Ich finde, das bringt uns Menschen definitiv wieder zu dem zurück, was wir eigentlich sind: authentische Individuen, nicht nur Teil einer Konsumgesellschaft.

Daher möchte ich mit diesem Beitrag ermutigen, offener über psychische Erkrankungen zu sprechen (die oft mit den Selbst-Themen zu tun haben). Es wäre schön, die Offenheit und Akzeptanz, die ich beim AES-Anlass erleben durfte, auch vermehrt ausserhalb eines solchen Rahmens zu erfahren.

Fang heute mit 2 Minuten an, in denen du dir die Frage stellst: Was brauche ich, um mich einen kleinen Schritt mehr anzunehmen?

Dazu folgende inspirierende Worte, welche im EXIT-Mitgliedermagazin EXIT-Info 4.2025 (hier lesen) auf Seite 22 und 23 abgedruckt sind:

  • «Wer akzeptieren kann, was ist – sei es die eigene Persönlichkeit, die Grenzen eines anderen Menschen oder äussere Umstände – spart Energie. Diese Energie können wir stattdessen darauf verwenden, um neue Perspektiven zu entwickeln.»
  • «Selbstakzeptanz ist eine Grundlage für psychisches Wohlbefinden und der Boden, auf dem echte Entwicklung geschehen kann. Wer sich mit Ecken, Kanten und Schattenseiten annimmt, schafft eine stabile innere Basis. Erst wenn wir aufhören, gegen uns selbst zu kämpfen, wird Veränderung wirklich möglich.»

Dieser Beitrag ersetzt keine therapeutische Beratung, wie du diese zum Beispiel bei der AES erhältst. Suche dir hier die Hilfe, die dir wirklich hilft.

DANKE: Danke fürs Lesen und dafür, dass du Teil der Community auf adrian-badertscher.ch bist.


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